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Stadt Düsseldorf erhält wertvolle Schenkung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Donnerstag, 25. März 2004

Cornelsen übergibt Archiv des Schwann-Verlages aus 110 Jahren Kulturgeschichte.

Der Verlag Schwann war ein bedeutender Teil Düsseldorfer Verlagsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Schulbücher aus diesem Druckhaus waren in Deutschland fast jedem Kind vertraut, die Kunstbücher schrieben Kulturgeschichte. Vor 17 Jahren ging der Schwann-Verlag in den Besitz des Berliner Verlagshauses Cornelsen über - und damit auch sein Archiv. Nun jedoch kehren die bibliophilen Schätze zurück an ihren Ursprungsort, Cornelsen macht sie der Stadt Düsseldorf zum Geschenk. Der Geschäftsführer des Cornelsen Verlages, Dr. Hans Weymar, und Oberbürgermeister Joachim Erwin unterzeichneten am 25. März 2004 einen entsprechenden Schenkungsvertrag im Rathaus.
Mit dem Archiv des Schwann-Verlages erhält die Stadt Düsseldorf 1.600 historische Bücher und Zeitschriften aus den Bereichen Bildung, Recht und Kultur, darunter wertvolle Raritäten zur Rheinischen Kunst- und Kulturgeschichte. Der Cornelsen Verlag, an den mit der Übernahme des Düsseldorfer Verlages Schwann-Bagel im Jahre 1987 auch die Rechte am Schwann-Archiv gefallen sind, will mit der Schenkung die Materialien allen wissenschaftlich, bibliophil oder historisch Interessierten zugänglich machen. Einzusehen sind die Bestände künftig im Stadtarchiv Düsseldorf.
Bei den Archivexemplaren handelt es sich um Verlagspublikationen aus den Jahren 1890 bis 1970, die die vielfältigen Verflechtungen des seit 1878 in Düsseldorf ansässigen Schwann-Verlages mit dem Rheinland, der Stadt und seiner Bevölkerung dokumentiert. Mit dem Umzug und der vollständigen Integration von Schwann-Bagel in den Cornelsen Verlag im Jahre 1993 gelangte auch dieser Buchbestand in das Berliner Verlagshaus und – ruhte seitdem im Archiv. In Anbetracht dieses auf Dauer unbefriedigenden Zustandes entschloss sich die Geschäftsführerin der Cornelsen-Verlagsholding, Ruth Cornelsen, dem Stadtarchiv Düsseldorf diese Bücher zu schenken und damit nicht nur der historischen Forschung zur Verfügung zu stellen, sondern auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern zugänglich zu machen.
Im Schwann-Archiv gibt es gleichermaßen Kostbarkeiten aus den Bereichen Schulbuch mit den Schwerpunkten Mathematik und Grundschule, aus der Literatur und Linguistik, Philosophie und Kunst zu entdecken. Höhepunkte dieser Entdeckungsreise werden sicherlich die Raritäten sein: Die 36 Bände der "Kunstdenkmäler der Rheinprovinz" aus den Jahren 1892 bis 1940 von Paul Clemen, die Tafelbände zu den romanischen und gotischen Wandmalereien aus den Jahren 1905 und 1930 sowie die Rechts- und Gesetzessammlungen von Grotefend/Cretschmar in 38 Bänden aus der Zeit von 1924 bis 1942. Aber auch die "Rechenbücher für Höhere Mädchenschulen" von 1908 bis 1910, die "Berufsberatung für Mädchen" aus 1913, die "Neue deutsche Rechtschreibung von 1880" dokumentieren eindrucksvoll die Zeitlosigkeit manches schulpolitischen Problems, das heute heiß diskutiert wird.
Für das Stadtarchiv – bereits im Besitz der Findbücher sowie zahlreicher Verlags-Verträge und einschlägiger Korrespondenz des Schwann-Verlages, historischer Dokumente, die im Jahre 1993 vom Verlegerehepaar Adelheid und Dr. Paul Böhringer übergeben wurden – rundet sich mit diesem Geschenk die Dokumentation eines Unternehmens, das für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Düsseldorf von nicht unbeträchtlicher Bedeutung war.

Quelle: Stadt Düsseldorf (duesseldorf.de)

 
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