This Day In History: 1943-06-12

Großangriff aus der Luft auf Düsseldorf. Der Angriff dauert 80 Minuten,  1.300 Sprengbomben sowie mehrere hundert Luftminen werden abgeworfen. Es folgen mehr als 225.000 Elektron-Thermit Stabbrandbomben. 600 Menschen werden getötet und mehr als 3.000 Menschen verwundet. Tausende Gebäude werden zerstört. Der Angriff geht als „Pfingstangriff“ in die Geschichte ein.

Die genaue Auswahl der zu bombardierenden Stadtteile wurde anhand von Luftbildern, Bevölkerungsdichtekarten und Brandversicherungskatasterkarten getroffen. Die Katasterkarten waren durch deutsche Feuerversicherungen bei britischen Rückversicherungsgesellschaften vor dem Kriege hinterlegt worden. Die Düsseldorfer Altstadt wurde als Kerngebiet des Angriffs ausgewählt, da hier der Holzanteil an der Gesamtbaumasse am Höchsten war. Damit stellte sie zum Entzünden eines Feuersturms in Düsseldorf das optimale Kernzielgebiet dar.

Vor dem Bombardement wurde das Zielgebiet von Mosquito-Schnellbombern durch rote und grüne Markierungskörper (sogenannte Christbäume) abgegrenzt. Dies wurde überwacht durch einen in großer Höhe fliegenden Masterbomber, der über Funk mit den Markierungsfliegern verbunden war. Der Angriff begann um 1:15 Uhr mit dem Setzen der Markierungskörper.

Das Bombardement

Das Zielgebiet des Angriffs auf Düsseldorf stellte im Wesentlichen das dichtbesiedelte Stadtzentrum – insbesondere die Altstadt – dar. Das Bombardement begann um 1:25 Uhr. Der gesamte Angriff dauerte eine Stunde und 20 Minuten. Zuerst wurden 1.300 Sprengbomben sowie mehrere hundert Luftminen abgeworfen. Durch die Druckwellen der Explosionen wurden die Dächer aufgerissen. Danach wurden mehr als 225.000 Elektron-Thermit Stabbrandbomben über dem Stadtgebiet abgeworfen, die nun in die aufgerissen Dachstühle der Häuser fielen und diese innerhalb kürzester Zeit in Brand versetzten. Binnen einer Stunde breiteten sich tausende kleinere Gebäudebrände zu einem Feuersturm aus. In den angegriffenen Stadtteilen Derendorf, Düsseldorf-Zentrum und in der Düsseldorfer Südstadt entstand ein 40 Quadratkilometer großes Feuermeer mit insgesamt etwa 9.000 Einzelbränden.

Schäden und Opfer

Bei diesem Großangriff wurden rund 600 Menschen getötet und mehr als 3.000 Menschen verwundet. Zerstört oder stark beschädigt wurden u. a. 16 Kirchen, 13 Krankenhäuser, 28 Schulen und mehrere tausend Wohngebäude. Weite Teile der Innenstadt, von Derendorf, Carlstadt, Friedrichstadt, Unterbilk, Bilk, Oberbilk und der Südstadt waren völlig zerstört. Ausgedehnte Schäden entstanden in dem gesamten Gebiet zwischen Reeser Platz im Norden und Klinikum im Süden.